Mai
31
Posted (findur) in Gesundheit on Mai-31-2012

Wohl keiner möchte jemals in die Situation kommen eines Tages nur noch dann eine Überlebenschance zu haben, wenn er ein Organ gespendet bekommt. Und noch weniger möchte man in die Situation kommen als Angehöriger entscheiden zu müssen, ob bei dem geliebten, aber leider hirntoten Verwandten Organe entnommen werden dürfen, oder nicht. Das Thema Organspenden sollte jeder für sich einmal genau betrachten. In vielen Ländern wird sehr viel Werbung für Organspenden gemacht und immer wieder finden, teilweise von großen Institutionen wie Kirchen etc oder auch Prominenten unterstützte Aufrufe statt, sich einen Organspenderausweis zuzulegen.

Hier wird oft von einem Akt der Nächstenliebe gesprochen, von einem Geschenk, damit jemand anderes leben kann usw. Das ist allerdings sehr viel Schönrederei. Es ist sicher eine Tatsache, dass so manch einer froh und dankbar ist, wenn er durch eine Organspende sein Leben verlängern kann. Aber diesem Menschen muss dann auch bewusst sein, dass es zu schwerwiegenden psychischen Problemen kommen kann. Mit dem Organ eines verstorbenen Menschen im eigenen Körper weiter zu leben ist eine Sache, die einige Menschen nur schwer verarbeiten können. Auch wenn es im Gesundheitssystem ausdrücklich vorgesehen ist Anonymität zu wahren und in keinem Fall dem Empfänger des oder der Organe den Namen des Spenders zu nennen. Genau so belastend ist es, wenn man grad erfahren hat, dass der geliebte Mensch soeben verstorben ist und man im gleichen Moment gefragt wird, ob man nun einer Organspende zustimmt. Da fragt man sich doch, wie man in so einem Moment eine solche Entscheidung treffen soll. Leider bleibt dann auch nie viel Zeit zum Überlegen, weil Spenderorgane ja „lebendfrisch“ entnommen werden sollten.


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