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Posted (kathrin) in Lifestyle, Gesellschaft on Januar-20-2011

Die Geschichte der Bademode ist für die Untersuchung alter Sitten und Gebräuche sehr interessant. In ihr zeigen sich nämlich gut die Ausprägung des Scham- und Sittlichkeitsgefühl einer Zeit. Viele Menschen nehmen an, dass die Bademode in früheren Zeiten generell strenger war, tatsächlich war es aber in der Antike verbreitet, nackt zu baden, ähnlich wie ja auch anderer Sport nackt betrieben wurde. Es schien also niemand etwas anstößiges dabei zu finden. Einige antike Mosaike zeigen allerdings auch Frauen in einem Damen-Badeanzug, der dem heutigen Bikini gleicht. Hier waren nur die Scham und die Brust bedeckt.

Erst in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wurde die Badekleidung sehr streng. Zu jener Zeit erkannten wieder viele Menschen, wie viel Spaß es macht, im Meer zu baden, und wie gut es der Gesundheit tut. Da es dabei allerdings nicht möglich war, Männer und Frauen voneinander zu trennen, waren sie gezwungen, sowenig nackte Haut zu zeigen wie möglich. Die Frauen trugen damals zum Baden nicht nur lange Unterwäsche, die ihren ganzen Körper bedeckte, sondern darüber sogar noch ein langes Kleid. Was damals als exklusive Bademode angesehen wurde, war äußerst unpraktisch. Des Öfteren gab es sogar Badeunfälle, weil die Kleider der badenden Damen sich mit Wasser vollsogen und so schwer wurden, dass die Frauen zu versinken drohten.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurde wieder mehr experimentiert. Die ersten Badeanzüge entstanden, die Kleider der Frauen wurden kürzer und verschwanden bald ganz. Neue Materialien wie Nylon machten das Tragen der Kleidung angenehmer. Sie sogen sich nicht mehr mit Wasser voll und boten auch nach längerem Aufenthalt im Wasser noch großen Komfort.
Die Badekleidung vergangener Jahrhunderte mag uns heute unpraktisch und unelegant erscheinen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass sie den damaligen Sitten entsprach und durchaus ihre Berechtigung hat.


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