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Posted (bluemchen) in Wellness on September-27-2010

Kein Wurstbrot zum Frühstück, keine Spaghetti zum Mittagessen? Circa jeder 600. Mitbürger erkrankt an der wenig bekannten einheimischen Sprue, auch als Weizenallergie und Glutenallergie bekannt. Der in Weizen, Roggen und weiteren Getreidesorten enthaltene Eiweißkleber Gluten löst bei den Allergikern eine Entzündung der Darmschleimhaut aus, was zu einer Schädigung der Darmzotten führt. Da die Zotten für die Aufnahme von Nährstoffen zuständig sind, kommt es über einen längeren Zeitraum zu Mangelzuständen und einer Vielzahl von Symptomen, u.a. Ermüdung, Erinnerungslücken und Gewichtsverlust, trotz mitunter stark erhöhter Nahrungsaufnahme.
Eine Heilungsmöglichkeit gibt es für die heutzutage zumeist als Zöliakie bezeichnete chronische Erkrankung nicht, die Ursprünge scheinen wenigstens teilweise vererbbarer Natur zu sein. Die Patienten müssen immer eine glutenfreie Diät einhalten – nicht zuletzt, um ihr vermehrtes Darmkrebsrisiko zu senken, aber bis es überhaupt zur Diagnose kommt, vergehen meist Monate, oder gar Jahre. Wie bei anderen Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel verursacht auch Zöliakie vor allem wechselnde Symptome, die kaum Hinweise auf die Erkrankung geben – die Erkrankten konsumieren ohne Einschränkungen trotz ihrer Unverträglichkeit Gluten und schädigen damit ahnungslos sich selbst. Darum kommt es häufig zu Folgeerscheinungen wie zum Beispiel Intoleranz gegenüber Milchzucker. Nach dem Wechsel auf glutenfreie Esswaren verschwinden die Probleme allerdings zumeist nach wenigen Wochen, die Darmschleimhaut braucht allerdings bis zu über einem Jahr, um sich gänzlich zu regenerieren. Die Folgestörungen gehen während dieser Zeit meist zurück, auch wenn Weizenbestandteile in etlichen Lebensmitteln eingesetzt werden, stellt eine glutenfreie Ernährung heute kein unüberwindbares Problem mehr dar. Denn mit der steigenden Anzahl an Leidenden hat sich über die Zeit ebenfalls ein spezialisierter Markt etabliert, der mit besonderen Zubereitungen auf die besonderen Probleme eingeht. Leider betragen die Preise glutenfreier Produkte meist das Dreifache handelsüblicher Ware. In manchen Ländern, darunter der Schweiz, federt die Regierung die großen Kosten deshalb durch einen Lebensmittelzuschuss ab; so sind auch das morgendliche Käsebrot und der Teller Nudeln kein Traum mehr.


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