Die Heilwirkung von Hanf ist bereits seit Jahrhunderten bekannt. Im Mittelalter wurde Cannabis von den Mönchen in den Klostergärten angebaut und vorwiegend bei rheumatischen und bronchialen Erkrankungen eingesetzt. Im vergangenen Jahrhundert fand Hanf auch bei Migräne, Epilepsie und Schlafstörungen Verwendung.
Lange Zeit galt Cannabis als starkes Schmerzmittel und Opium-Ersatz. Als jedoch die synthetischen Schmerzmittel auf den Markt kamen, verlor Cannabis an Bedeutung. Mitte des 20. Jahrhunderts war Cannabis in fast allen Ländern verboten. Mittlerweile wurde das Verbot in vielen Ländern wieder gelockert und Cannabis ist für medizinische Zwecke wieder erhältlich. Wird Cannabis in therapeutischer Dosierung eingenommen, ist es ein sicheres, gut verträgliches Medikament, das fast keine Nebenwirkungen bzw. Langzeitnebenwirkungen hat.
Hanf hat eine stark appetitanregende Wirkung und kann bei Krankheiten wie AIDS oder Krebs eingesetzt werden, wenn die Patienten wegen ihrer Grunderkrankung viel Gewicht verloren haben. Cannabis ist ein effizientes Schmerzmittel bei starken Schmerzen und potenziert seine Wirkung in Kombination mit anderen Opiaten. Einsatzgebiete sind vor allem die Krebs- und Palliativ-Medizin. Cannabis hilft auch gegen starke Übelkeit und Erbrechen. Es wird dann eingesetzt, wenn andere Medikamente keine entsprechende Wirkung mehr zeigen.
Wie bereits im Mittelalter richtig erkannt wurde, hat Cannabis eine bronchienerweiternde Wirkung und ist in geringen Dosen in verschiedenen Asthma-Medikamenten enthalten. Hanf hat auch eine positive neurologische Wirkung bei Epilepsie, Spasmen, Multipler Sklerose und Bewegungsstörungen.
Es ist bekannt, dass Cannabis auch Einfluss auf die Psyche hat. Positive Wirkungen zeigt Cannabis bei Depressionen und starken Symptomen bei Drogenentzug.
Hanf kann als Medikament oral eingenommen, als Zigarette geraucht oder auch inhaliert werden. Hohe Dosen von Cannabis können zu starken psychischen Nebenwirkungen führen.