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Posted (tmaue) in Allgemein on Januar-27-2010

Einige Brücken sind berühmt. An erster Stelle der Liste steht wahrscheinlich die Golden Gate Bridge, die sich im Laufe der Jahre zum Wahrzeichen San Franciscos entwickelt hat. Aber auch andere Exemplare wie die Tower Bridge in London haben sich in das Gedächtnis der Menschen eingebrannt. Die meisten Brücken aber finden kaum Beachtung. Kleine Holzbrücken über Bäche werden beim Passieren teilweise nicht einmal wahrgenommen, schließlich gibt es sie wie Sand am Meer. Über die Brücke in Darmstadt, die über einen ehemaligen Wassergraben am Darmstädter Schloss führt, gehen die meisten Menschen wohl auch, ohne einen Blick zurück zu werfen. Dabei würde sich genaueres Hinsehen in diesem Fall lohnen. Das Exemplar ist nämlich eine echte Kuriosität.
Normalerweise werden Brücken von Beton, Holz oder Stahl getragen. Im Überweg in Darmstadt aber ist Plexiglas als Tragmaterial verwendet worden – der Bau war 2008 eine Weltpremiere. Die Fußgängerbrücke ist 26 Meter lang, 4,1 Meter breit und an der höchsten Stelle 3 Meter hoch. Insgesamt wiegt sie etwa 28 Tonnen. Der Verbundträger besteht neben dem Acrylglas auch aus Brettschichtholz. Die Plexiglasplatten sind 70 Millimeter dick. Insgesamt wurden 11 Tonnen des Materials verarbeitet. Auf die Idee zu diesem neuartigen System kam Professor Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, ehemalige Präsident der Technischen Universität Darmstadt.


Dass die Brücke trotz der revolutionären Bauweise kaum auffällt, liegt auch daran, dass man auf den ersten Blick nicht erkennen kann, dass Plexiglas verwendet wurde. Sollte sich diese Bauweise aber durchsetzen, könnte die Darmstädter Brücke ein Vorbild für viele andere Entwürfe werden und würde so doch noch späte Berühmtheit erlangen.


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