Kinderheim - welche Emotionen gehen einem da schon groß durch den Kopf? „Arme Kinder, sie haben keinen mehr“. Oder auch, „die werden schon wissen, was sie da drin veranstalten“. Die Gesellschaft negiert die Heime für Kinder noch mehr als ein Altenheim. Man will mit ihnen so wenig wie möglich zu tun haben. Von daher kommen auch die ganzen Vorurteile. Kinder aus Heimen sind prinzipiell straffällig oder kriminell. Sie haben keine Zukunft und sind oft Täter von Gewalttaten. Würde sich die Gesellschaft einmal ein wenig mehr um diese Institutionen kümmern, als über sie zu reden, dann würden sie schnell gravierende Unterschiede feststellen können. In einem Kinderheim sind nämlich keineswegs alle straffällig und kriminell. Es sind ganz normale Kinder und Jugendliche die auf der Suche sind. Auf der Suche nach sich selbst oder einer Familie. Sie haben genauso Träume von ihrem Leben wie wir, nur bekommen sie weniger Chancen sie auch zu verwirklichen. Sie möchten einen ganz normalen Tagesablauf ohne ständig angestarrt zu werden. Fast schon wie Aussätzige müssen sie sich fühlen. Die Kinder unternehmen viel zusammen. Sie gehen schwimmen oder unternehmen Ausflüge. Sie lernen zusammen und helfen sich gegenseitig. Wer hat nicht in seiner Kindheit von Geschwistern geträumt? Hier hat man gleich einen ganzen Haufen Brüder und Schwestern. Im Wohnheim für Behinderte finden immer wieder sehr gut besuchte Tage der offenen Tür statt. Warum kommen in den Kinderheimen nur so wenige? Aus Angst? Oder ist die Scham auch ein triftiger Grund? Oder will man sich vielleicht nicht so weit herunter begeben? Man weiß es nicht.