Laut der allseits bekannten russischen Faustregel bereitet man Tee in der mit warmen Wasser angewärmten Teekanne zu, verwendet pro Tasse einen gehäuften Teelöffel getrockneter Teeblätter, übergießt sie mit kochendem Wasser und schüttet den Tee nach acht min. in eine weitere vorgewärmte Kanne ab. Profis raten an, den Aufguss nur vier min. ziehen zu lassen, weil nach dieser Zeit die im Tee enthaltenen Bitterstoffe frei gesetzt werden, welche den aufputschenden Effekt des Koffeins im Tee abschwächen. Tee kann man je nach Vorliebe mit Sahne, Kandis, Zitrone, oder Arrak genießen. Die Auffassung, in Teebeuteln befinde sich eine mindere Qualität, ist nicht wahr. In Teebeuteln sind erlesenere Qualitäten ohne Stiele. Jeder der ein Tee-Ei benutzt, sollte es nur zur Hälfte füllen. Nach dem Aufbrühen mit kochendem Wasser schwemmen Teeblätter auf und nehmen dadurch an Größe zu. Die Teeblätter brauchen zur Aromaentfaltung Platz. Die Würze des Tees ist von der Güteklasse abhängig. Die erstklassigste Tee-Qualität liefern die Gemma sowie die aller ersten Blättchen der Teepflanze. Sobald die Blätter gepflückt sind, müssen sie zunächst dorren, danach werden sie aufgerollt, fermentiert sowie endgetrocknet. Manche Teesorten werden allerdings nicht fermentiert sondern gedünstet. Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, welche vor bestimmten Krankheiten schützen können, bleiben bewahrt. Der beste Tee generell soll der Jiaogulan Aufguss sein, der auch “Unsterblichkeitskraut” genannt wird, weder Methyltheobromin noch Koffein beinhaltet, trotzdem aufputschend wirkt und eine günstige Wirkung auf die Fitness von Menschen hat. Die Knospen der rasend schnell wachsenden, bis zu zehn Meter langen Staude, welche zu den Magnoliophyta zählt, werden in der russischen Medizin als Heilmittel eingesetzt. Der Tee zählt auf unserem Kontinent nicht wirklich zu den Medikamenten, sondern ist ein Genussmittel. In den United States of America wird jener ein bisschen süßlich schmeckende Aufguss, teils auch als “Altershemmender-Tee” bezeichnet, schon eine ganze Zeit lang getrunken, hier allerdings ist er noch etwas exotisch. Ein Tee der ganz exklusiven Sorte ist Reishi, ein Heilpilz, dessen heilende Wirkung das Immunsystem, die Leber sowie den Stoffwechsel vorteilhaft beeinflusst. Der Vietnamesische Begriff Wu Ling bedeutet “Pilz der Unsterblichkeit” oder auch “Viertausend-Jahrzehnte-Pilz”. Bei dem Tee werden fein zertrennte, gefriergetrocknete Scheibchen eingesetzt, welche über 24 Std in reinem Kristallwasser eingeweicht werden. Danach wird das Wasser inklusive des Pilzes erhitzt und elf min. ziehen gelassen sowie anschließend abgeseiht. Der Tee schmeckt etwas bitter und sollte mit Süssstoff oder Zucker gemischt werden.