„Urlaub auf Balkonien“ ist das Schlagwort, welches in letzter Zeit seine Runde durch die Medien und die Gesellschaft zieht. Wieso weit weg fahren und eine Menge Strapazen auf sich nehmen, wenn es zuhause doch auch so schön ist? Viele Leute argumentieren mit diesem Grund, wenn sie sich in zwei langen Wochen Urlaub keine Reise oder auch nur einen Ausflug gönnen. Sie richten sich ihren eigenen Balkon häuslich und auch exotisch ein. Mit ein paar Palmen, der nötigen Sonne, einem gemütlichen Liegestuhl, internationaler Musik und gekühlten Getränken geht es ja auch.
Doch meist machen solche Menschen dies nicht aus purer Überzeugung, sondern nur aus Geldmangel. Denn ohne das nötige Kleingeld kann der Traum nicht in die Tat umgesetzt werden und es muss eben improvisiert werden. Jedoch hängt das Ganze aber auch mit der ständigen Preissteigerung und Verteuerung zusammen. War es früher noch einfach möglich mit einer vierköpfigen Familie einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren, stellt sich das heute schon als Luxus dar. Problem ist eben, dass die Preise für Lebensmittel oder andere Güter steigen, aber die Löhne stets auf demselben Niveau bleiben. Logischerweise eröffnet sich hier eine Kluft, welche ständig auseinander klafft.
Da heißt es eben dann statt Ägypten-Urlaub eine Reise auf den hauseigenen Balkon und wieder zurück. Wenn man es positiv sehen will, verliert man eben durch den nicht vorhandenen Flug auch keine wertvolle Urlaubszeit.
Statt der Besichtigung der Pyramiden und der Nilkreuzfahrt beispielsweise wird dann das örtliche Schwimmbad unsicher gemacht und vielleicht in einem Moment von Kultur auch das städtische Museum besichtigt.
Man sieht also, dass mit genügend Phantasie einem Urlaub auf Balkonien auch nichts mehr im Wege steht. Außerdem kann man auf diese Weise seine Heimat auf ganz andere Weise entdecken und neu kennen lernen. Wer will denn bitte schon nach Italien, Ägypten oder Griechenland?
Sandra Vassner
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