Die Gebäude zu Ehren der Götter sind in Ägypten seit etwa 2500 v. Chr. bekannt. Die ältesten Tempel, welche man heute sehen kann, wurden um 395 v. Chr. angefangen zu bauen. Viele Tempel aus den vielen tausend Jahren sind allerdings nicht mehr zu besichtigen. Der Grund liegt darin, dass die Baumaterialien der alten ausgedienten Tempel dazu genutzt wurden, um die neuen größeren Tempel zu bauen. In Ägypten wurde somit quasi eine Art Recycling der Tempel durchgeführt. Die bedeutesten Tempel, welche entlang des Nils liegen und bei einem Urlaub in Ägypten besucht werden können, sind die Tempel in Abu Simbel, Dendera, Karnak, Luxor, Deir el-Bahari und Edfu. Die Tempel liegen zwar am Nil, wurden jedoch soweit in die Wüste hineingebaut, dass sie von den Überschwemmungen verschont blieben.
Der Aufbau der Tempel ist bei allen ähnlich. Innen und Außen sind sie zunächst alle von großen Wandreliefs gekennzeichnet. Zu den Tempel gelangen die Pharaoen über einen Prozessionsweg, welcher von Statuen und Säulen gesäumt wird. Durch das Haupttor gelangt man auf die Tempelanlage.
Der innere Teil des Tempel besteht aus einer rechteckigen oder quadratischen Hauptkapelle in der sich die Götterstatue befindet. In diesem Raum durften sich nur die Hohenpriester aufhalten, nicht das einfache Volk. Die Beigötter wurden in zahlreichen Nebenkapellen geehrt. Zur Hauptkapelle gelangt man durch mehrere prunkvolle Säle, Hallen und Gänge. Je weiter die Räume von der Hauptkapelle entfernt liegen, desto höher sind diese, damit mehr Licht einfallen konnte. Das gesamte Gebäude stellt die Welt dar, der Boden ist die Erde und die Decke der Himmel.